Arbeitskreis

Der länderübergreifende-Arbeitskreis Zertifikat Waldpädagogik

Aufgabe des „Arbeitskreis Zertifikat Waldpädagogik“ ist es im Auftrag der Bund-Länder-Forstchefkonferenz (FCK) die Mindeststandards zum Zertifikat Waldpädagogik zu prüfen und weiterzuentwickeln.

Auf der Bund-Länder-Forstchefkonferenz vom 7. bis 8. April 2005 in Stuttgart wurde beschlossen, einen länderübergreifenden Arbeitskreis Zertifikat Waldpädagogik zu gründen. Die Aufgabe: Qualitätssicherung in der Waldpädagogik und hier insbesondere die Erarbeitung eines bundeseinheitlichen Mindeststandards für ein Zertifikat Waldpädagogik. Der Impuls hierfür ging vom Arbeitskreis Waldpädagogik des Bundes Deutscher Forstleute (BDF) sowie der Initiative von Hessen Forst und dem beim Haus des Waldes, Stuttgart, bereits bestehenden Lehrgangsangebot aus.

Das erste Treffen des länderübergreifenden Arbeitskreises „Waldpädagogik“ fand am 19.07.2005 in Kassel mit der Teilnahme von Vertretern aus 13 Bundesländern statt. Als Grundlage wurde zunächst eine gemeinsame Definition von Waldpädagogik formuliert. Darauf aufbauend konnte beschrieben werden, was von einem Waldpädagogen an Kompetenzen und Voraussetzungen erwartet werden muss. Darauf aufbauend wurden und Mindeststandards formuliert.

Die Mindeststandards für die Zertifikatslehrgänge wurden als Rahmenregelung von der Forstchefkonferenz am 26./27.04.2007 beschlossen. Ein wichtiger Meilenstein, denn auf dieser Rahmenregelung aufbauend wurden nun die Zertifikatslehrgänge in mehr und mehr Bundesländern durch die Forstverwaltungen, teilweise mit Partnern, umgesetzt. Dadurch stieg der Bekanntheitsgrad auch bei potenziellen Partnern wie Verbänden und Hochschulen.

Auf einer bundesweiten Tagung der Deutschen Bundesumweltstiftung (DBU) am 24./25.11.09 in Osnabrück wurde das Konzept des Zertifikatslehrganges vorgestellt und ein Projekt zur Beteiligung von interessierten Verbänden in das Fortbildungsmodell eröffnet. In dem von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald federführend bearbeiteten DBU Projekt ging es auch um die stärkere Implementierung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in die Zertifikatslehrgänge.

In den Folgejahren stiegen die Hochschulen in Weihenstephan, Göttingen, Rottenburg, Eberswalde und Erfurt in das Konzept ein und bieten entsprechend den Mindeststandards Zertifikatslehrgänge an.

Der Arbeitskreis achtet auf die Einhaltung und Mindeststandards und koordiniert die einheitliche Auslegung. Im Zuge neuer Erkenntnisse und sich ändernder Bedingungen werden die Standards weiterentwickelt. Die Forstchefkonferenz der Länder hat auf Vorschlag des Arbeitskreises am 10./11.10.2013 und am 31.01.2017 eine Novellierung der Mindeststandards für die Zertifikatslehrgänge zum Zertifikat Waldpädagogik beschlossen.

Die zielorientierte Arbeit hat sich gelohnt. Mittlerweile wurde in 13 Bundesländern das Zertifikat Waldpädagogik umgesetzt. Mehrere Tausend Teilnehmende haben bisher das Zertifikat erhalten. Die Waldpädagogik hat sich durch die definierten Mindeststandards der Zertifikatslehrgänge professionalisiert. Der Marktwert der wertvollen waldpädagogischen Arbeit verbessert sich und hat zu der Integration einer Bildung für nachhaltige Entwicklung geführt.

In den Jahren 2014/2015 führten Dr. Beate Kohler, Sandra Liebal und Prof. Vogl eine Evaluation der Qualifikation „Zertifikats Waldpädagogik“ durch. Aus der Befragung der seinerzeit 1342 Absolventinnen und Absolventen geht hervor, dass neun von zehn mit ihrer dabei erworbenen Qualifikation (sehr) zufrieden sind und empfehlen diese weiter. Ihren Lernerfolg beurteilen sie sehr positiv, streben vielfältigere Ziele an und erreichen eine deutliche Nachfragesteigerung.

Derzeit widmet sich der Arbeitskreis der Überarbeitung der Rahmenrichtlinien. Die weitere Implementierung der Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Fragen des Risikomanagements sowie weitere Regelungen zum Praktikum und Prüfung sind Themen, die dabei Berücksichtigung finden.